Workingtest im Heckengäu

Am Samstag, den 29. März 2014, begann unser Tag um 4 Uhr morgens. Jack und ich fuhren zu einem Workingtest nach Renningen (Nähe Stuttgart). Es war ein wunderschöner, sonniger Tag und noch dazu waren wir sehr erfolgreich - wir haben den 1. Platz (114 v. 120 Pkt.) erreicht.

Was für eine Freude hab ich, das ist unbeschreiblich!!!!

Beim Workingtest selbst hatte ich nicht soooo Herzklopfen wie bei der Verkündigung der Plätze, ich hatte damit absolut nicht gerechnet. Es lief zwar recht gut und ich war ohnehin total glücklich mit unserer Aufgabenlösung..aber das es so endet :-)

Wir hatten Startnummer 1, was mich anfangs etwas stresste..aber irgendwie hat es einfach gepasst für uns.

 

Der Richter Jörg Mente hat total super Aufgaben gestellt und es wurde eigentlich alles abgefragt was ein Retriever können sollte.

 

Das Gelände war auch spitze (verschiedene Bewüchse, Wasser, Wiese, Übergänge,..) und die Organisation des gesamten Workingtests war einmalig..dort hat man echt an alles gedacht!

 

Unsere bisherigen Workingtest Teilnahmen waren ja sehr "bescheiden". Mitte 2010 starteten wir am WT in Lutter im Elsass und haben nicht bestanden - was, meines Erachtens (bzw. wie auch viele andere Teilnehmer anmerkten), an den zu hoch gestellten Aufgaben war. 

 

Die Probleme, die wir vor der ersten Workingtest Teilnahme bereits leicht hatten, waren dann natürlich noch viel mehr. Nach einigen geführten Trainings, musste ich für mich die damaligen Trainingsmethoden überdenken – pausierte, dachte nach. Ich wusste damals (leider) nur, dass die Art von Lösungsansätzen für Einspringen, Fiepen, etc., nicht die Art war, die ich für meinen Hund wollte. Ich hatte den Eindruck, es wird immer nur eine Korrektur aufgrund eines Fehlers durchgeführt. Ich wollte jedoch das Problem lösen, am Ansatz! Ich wollte meinem Hund "mitteilen" dass, das was er macht gut war und nicht warten auf einen Fehler und dann korrigieren.

Ich begann alleine wieder von Grund an aufzubauen. Hatte mir immer wieder verschiedene Meinungen von Trainern eingeholt. Hab mich mit einer kleinen Gruppe regelmäßig getroffen. Hab mich in Sachen Lerntheorie des Hundes weitergebildet. Begann mit Clicker.

 

Dennoch waren noch ein paar Themen, wo ich selbst mit meinem Latein am Ende war und ich noch nicht „die Lösung“ irgendwo mitnehmen konnte.

2012 startete ich dann nochmals, und zwar an dem Workingtest in Salzburg. Da hatten wir schon ein paar gute Beurteilungen erhalten, aber meine Nerven und die des Hundes haben noch nicht mitgespielt.

 

Und nach diesem WT kam ich dann endgültig zu (m)einer Trainerin, die genauso lösungsorientiert arbeitet, wie ich mir das immer schon erhofft habe. Wir haben alle Themen intensiv durchgearbeitet. Ich wurde immer besser darin die Lerntheorie zu verstehen und was es bedeutet positiv zu verstärken. Der Clicker bzw. das Markerwort war und ist mein ständiger Begleiter.

 

Im Herbst 2013 fühlte ich mich bereit die Dummy A in Deutschland zu probieren. Was auch mit dem 2. Platz klappte. Ich war sehr zufrieden und glücklich, das wir jetzt echt am richtigen Weg sind. Darum hab ich mich dann auch entschlossen uns für den WT im Heckengäu anzumelden. Ich hatte Glück und wurde ausgelost.

 

Unter "mehr lesen" sind noch die einzelnen Aufgaben erklärt.

 

Hier noch die Aufgabenbeschreibung der 6 Aufgaben vom WT im Heckengäu (A), Richter Jörg Mente

 

Aufgabe 1:

Man steht auf einem Weg, links eine Wiese, die durch einen ganz kleinen Graben etwas abgegrenzt wird, vor einem ein Weg der einer Allee ähnelt. Auf der Wiese fällt in etwa 70° mit etwa 20m Entfernung eine Markierung mit Schuss. Der Hundeführer dreht den Hund weg, und geht frei bei Fuß den Weg etwa 30-35m entlang. Setzt den Hund ab, wirft ein Dummy weiter vor sich auf den Weg, geht zum Ausgangspunkt Fuß zurück. Nun muss der Hund zuerst das selbst geworfene Dummy geradeaus und dann die Markierung links holen.

Ganz wichtig war dem Richter die korrekte Fußarbeit. Schwierig war hier für einige Hunde dass sie lieber die Markierung als das ausgelegte Dummy geholt hätten.

 

Aufgabe 2:

Man steht auf einer Wiese, etwa 15m vor eine Fläche (ca. 8-10m breit und 5-6m tief) mit höherem schilfähnlichem Bewuchs ca. 20cm hoch. Es fällt eine Markierung mit Schuss in das Gebiet. Der Hund holt dieses Mark, dann verlagern Hundeführer und Hund die Position etwa 10m weiter nach hinten. Von dort wird erneut ins Suchengebiet geschickt. Er muss zwei Dummys holen. Ganz wichtig war hier den Hund in dem kleinen Bereich zu halten.

 

Aufgabe 3:

Man steht ca. 10m vor einem etwa 2-3m tiefen Graben, auf der anderen Seite des Grabens ist die Wiese gerade. Es fällt eine Markierung ca. 60m auf der anderen Seite auf etwa 2 Uhr. Die Hunde die den Graben in direkter Linie also fast diagonal gegangen sind hatten es leichter.

 

Aufgabe 4:

Bei dieser Aufgabe handelt es sich um eine reine Steadiness Übung. Drei HF stehen mit ihren Hunden in der Line, ungefähr 2 m voneinander entfernt.

Vor ihnen etwa 40m entfernt findet ein heftiges Treiben mit Schüssen, mit mehreren Helfern statt. Dabei fliegen drei Dummys in ihre Richtung in etwas höheren Bewuchs ca. 30m vor ihnen. Die Hunde dürfen nacheinander je ein Dummy holen, bewertet wurde hier aber ausschließlich das ruhige Sitzen am Bein.

 

Aufgabe 5:

Man steht fast an der Wasserkante vor einem ein etwa 20m breiten Teich. Auf der anderen Seite fällt eine Markierung mit Schuss. Der Richter erklärt dass der Hund das Dummy fliegen sehen kann, und es platschen hören wird, aber er sobald er im Wasser ist es nicht mehr sehen kann weil es hinter Geäst landen wird.

Sobald der Hund das Dummy hat, und auf dem Rückweg ist gehen HF und Richter ein paar Meter hinter auf eine Wiese. Richter will sehen dass der Hund nicht schüttelt bevor das Dummy abgegeben wird.

 

Aufgabe 6:

Vor einem ein Weg, links mit dichtem Gebüsch bewachsen, rechts freies Feld. In ca. 50m fällt ein Dummy mit Schuss von rechts nach links in den vorderen Bereich des Gebüschs. Während der Hund auf dem Rückweg ist wird für ihn nicht sichtig ein Dummy in der Mitte des Weges ausgelegt.

 

Auch wenn der Hund dann voran geschickt wird kann er es nicht sehen. Er muss also zuverlässig stoppen können, findet dann aber im Normalfall schnell.

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